Entdecken Sie das Risiko von E-Bike-Akkus in Ihrer Organisation

Jeden Morgen stellen Mitarbeiter ihr E-Bike in den Fahrradkeller. Der Akku wird herausgenommen, denn den lassen die Mitarbeiter lieber nicht unbeaufsichtigt zurück – und dann? Dann beginnt die Suche nach einer Lademöglichkeit. Eine Steckdose im Keller. Eine Ecke hinter einem Schrank. Ein Ladekabel, das durch eine Tür läuft. Oder auf dem eigenen Schreibtisch.
Das ist nicht außergewöhnlich. Es ist das tägliche Muster an Hunderten von Bürostandorten im Ballungsraum Randstad. Und genau dieses Muster führt zu gefährlichen Situationen.
Anzahl der Brände durch E-Bike-Akkus verdoppelt
Die Zahl der Gebäudebrände, die durch Lithium-Ionen-Akkus verursacht wurden, hat sich zwischen 2019 und 2024 verdoppelt, wie Daten der Stiftung Salvage zeigen, die im Auftrag der gemeinsamen Brandversicherer Schadensberichte analysiert. Allein im Jahr 2024 gab es mehr als 300 Brände, bei denen eine Batterie beteiligt war, wobei die Hälfte durch Fahrrad-, Roller- oder Tretroller-Akkus verursacht wurde (NIPV/Stichting Salvage, 2024).
Inzwischen besitzt jeder dritte Niederländer ein E-Bike oder einen E-Scooter. Von allen neuen Fahrrädern, die 2023 verkauft wurden, waren bereits 56 Prozent elektrisch (RAI Vereniging/BOVAG). Diese Dichte ist in städtischen Gebieten wie Amsterdam, Rotterdam und Utrecht noch höher, was sich auch in den regionalen Brandstatistiken widerspiegelt.
In der Region Amsterdam-Amstelland registrierte die Feuerwehr 47 Brände bei Elektrofahrrädern innerhalb von zwölf Monaten. Rotterdam-Rijnmond zeigte bereits zuvor einen starken Anstieg: von weniger als 15 betroffenen Akkus im Jahr 2018 auf 80 Fälle im Jahr 2022. Das sind keine nationalen Durchschnittswerte – bei Büros im Randstad ist das Risiko höher, dass so etwas passiert.
Was passiert bei einem Brand eines E-Bike-Akkus in einer innenliegenden Fahrradgarage?
Anfang letzten Jahres geriet in einer innenliegenden Fahrradgarage eines Bürogebäudes in Rotterdam ein E-Bike-Akku in Brand. Die Garage befand sich im Keller. Innerhalb weniger Minuten verbreitete sich der giftige Rauch des E-Bike-Akkus über das Belüftungssystem in die darüberliegenden Stockwerke. Das Gebäude musste komplett evakuiert werden. Die Mitarbeiter konnten drei Tage lang nicht hinein. Rauchschäden, Evakuierungskosten, Ersatzarbeitsplätze und die Diskussion mit dem Vermieter über die Instandsetzung summierten sich auf Zehntausende Euro. Danach folgte noch ein monatelanges Versicherungsverfahren.
Dieses Szenario ist nicht außergewöhnlich. Es ist für jeden erkennbar, der weiß, wie ein Lithium-Ionen-Akkubrand abläuft: Der E-Bike-Akku produziert während eines Thermal Runaway selbst Sauerstoff, wodurch die Brandintensität weiter zunimmt und der Brand kaum zu löschen ist. Der entstehende Rauch ist zudem giftig. In einem Keller oder einer innenliegenden Garage sind die Folgen für das Gebäude daher meist gravierender als bei einem Brand im Freien.
Die Feuerwehr der Region Amsterdam-Amstelland warnte in den vergangenen Jahren wiederholt vor Büro- und Wohngebäuden, in denen E-Bike-Akkus in Räumen geladen werden, die an Fluchtwege grenzen: „Der giftige Rauch, der dabei entsteht, ist in einem geschlossenen Raum lebensgefährlich.“
Warum gerade innerstädtische Büros in Schwierigkeiten geraten
Der Anstieg der Vorfälle ist landesweit. Das Problem, wohin man dieses Risiko verlagert, ist jedoch spezifisch für innerstädtische Standorte.
Auf einem Campus oder Businesspark kann man E-Bike-Akkus oft draußen laden. In einem innerstädtischen Bürogebäude in Amsterdam oder Rotterdam ist das selten eine echte Option: keine private Außenfläche, geteiltes Eigentum über eine Eigentümergemeinschaft oder schlichtweg kein praktikabler Weg ohne langwierigen Prozess.
Das führt zu einem Muster, das wir immer wieder sehen:
Verbieten ohne zu ermöglichen löst nichts
Ein Verbot ohne Alternative macht das Problem unsichtbar, aber nicht kleiner. Laden und Aufbewahrung müssen ermöglicht werden – nachweislich sicher und benutzerfreundlich genug, dass die Mitarbeiter es auch tatsächlich nutzen. Denn eine Lösung, die niemand nutzt, verhindert keine Brände.
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